I. Forderungen der FIH zur Tarifpolitik
Grundsätzlich: Mehr Einnahmen für den ÖPNV durch mehr
Fahrgäste, anstatt durch höhere Fahrpreise bzw. Angebotsverschlechterung!
- Netzkundiges Personal als Berater, Fahrgastbetreuer als
Automatenberater und für sonstigen Kundendienst
- Einheitliche Fahrscheinautomaten in allen Verkehrsverbünden,
z. B.
- rechte Tastenreihe für 50%-Preise (Kinder, Rentner, Hunde usw.),
d. h. ermäßigte Einzelfahrscheine auch für Rentner
und Mitfahrer
- Fahrscheinverkauf am Automaten ohne gleichzeitige Entwertung
- Einführung von rabattierten Mehrfachfahrscheinen auch in Hamburg,
z. B. Tageskarten im Block mit Selbstentwertung an der Sperre
bzw. im Bus durch den Fahrer (Zeitvorteil bei Fortfall der Barzahlung!)
- Keine Irreführung von ahnungslosen Kunden an Automaten durch
Angebot von 1. Klasse-Zuschlägen für reine U- und
A-Bahn-Verbindungen! (Erledigt sich bei Umstellung der
rechten Tastenreihe)
- Bundeseinheitliche Altersgrenze für Kinder wie im Fernverkehr,
Freifahrt von bis zu 3 Kindern in Begleitung Erwachsener (wie CC-Karten)
- 24-Stunden-Tickets statt Ganztagskarten
- Allgemeine Kurzstreckenkarten wie beim Schnellbus,
die nur bis zur ersten Zahlgrenze gelten (Preistaste 1)
- Gezielte Preisangebote in verkehrsschwachen Zeiten, z. B.
- Gültigkeit nach 18.00 Uhr gelöster Fahrscheine auch
für die Rückfahrt bis Betriebsschluss
- Tageskarten abends wie Familienkarten (druckt der Automat
selbsttätig!)
- Benutzung aller zuschlagfreien Nahverkehrszüge innerhalb des
Verbundes mit HVV-Fahrscheinen (z. B. RE-Züge nach Elmshorn
wie nach Bergedorf)
- Allgemeiner Übergangstarif zum DB-Nahverkehr (außerhalb des
Verbundgebietes), z. B. kombinierte Tageskarten wie bei KVG Stade
- Benutzung der CC-Karten und Seniorenkarten während der Sperrzeiten
mit einer "Ergänzungskarte" wie beim Überschreiten der
räumlichen Gültigkeit
- Keine kostenlose Beförderung großer Hunde! Vorschlag:
Kinderfahrschein wie im Fernverkehr (außer für
Schoßhunde, die nicht größer als Katzen sind)
- Einführung eines preiswerten Abonnements nicht nur für
Großkunden, sondern für alle Berufspendler ohne zeitliche
und örtliche Beschränkung: Umwelt-Abo statt Umwelt-Auto!
- Steuerliche Gleichbehandlung der ÖPNV-Benutzer mit den Autofahrern:
Anrechnung der Zeitkartenkosten einheitlich für alle Berufspendler
statt Kilometer-Pauschale nur für Kraftfahrer (Straßenverstopfungsprämie)!
- Schluss mit den ständigen Fahrpreiserhöhungen, statt dessen:
Allgemeine ÖPNV-Abgabe anstelle der Stellplatz-Abgaben!
II. Forderungen der FIH zum Schnellbahnverkehr
Anhörung der Fahrgäste und Mitwirkung in Fahrgastbeiräten
bei der Gestaltung des Liniennetzes, der Fahrpläne und der Fahrpreise
- Mehr Service für hilfsbedürftige und ratlose Fahrgäste,
z. B. Fernauskunft auf unbesetzten Bahnsteigen auch bei S-Bahn
und AKN
- Mehr Sicherheit durch mehr Personal auf Bahnsteigen und in den
Zügen, Notbremsen einheitlich an den Türen, wo sie im Notfall
gebraucht werden, Übergänge zwischen den Wagen der S- und
U-Bahnzüge wie bei der AKN
- Mehr korrespondierende Anschlüsse in Altona und am Hauptbahnhof
Einhalten der Anschlüsse durch pünktlichen Betrieb auch bei
der S-Bahn
- Eilzughalt überall dort, wo die Gleichstrom-S-Bahn endet:
Pinneberg, Reinbek
- Expresszüge, die nicht überall halten, bei der S-Bahn und
U-Bahn
- Einprägsamer Fahrplantakt auch bei der S4 und S5,
keine Taktsprünge bei den A-Bahnen
- Wetter- und diebstahlsgeschützte Fahrradabstellplätze an den
Bahnhöfen
- Gepäckschließfächer auch wieder bei der U-Bahn
- Nutzung der Gepäckabteile in der alten S-Bahn für mehr als
zwei Fahrräder, Mehrzweckabteile auch in den "modernen"
S-Bahnzügen sowie in der U-Bahn und A-Bahn
- Zusätzliche Haltestellen an vorhandenen Schnellbahnlinien:
Johnsallee (U1), Bahrenfelder Steindamm (S1/S11), Bostelbek (S3/S31),
zusätzliche Ausgänge an zahlreichen Schnellbahnstationen:
(z. B. Diebsteich, Rahlstedt, Rödingsmarkt, Ohlsdorf,
Sierichstraße)
- U-Bahnverlängerung in Außenbezirken auf oberirdischen
Trassen auch als echte Stadtbahn (z. B. nach Steilshoop - Bramfeld)
- Mehr Direktverbindungen durch alternierende Linienführung
im Zusammenhang mit der Erweiterung des U-Bahnnetzes auf Stadtbahnlinien
- Schnellbahnbau zu Großsiedlungen rechtzeitig vor Bezug der
Wohnungen und mit Kostenbeteiligung der Baugesellschaften (z. B. Allermöhe)
- Zweigleisiger Ausbau der AKN-Stammstrecke
- Verlängerung der A1-Fahrten bis zum Hauptbahnhof (-Glinde/-Geesthacht)
- Verlängerung der A3-Fahrten mindestens bis Pinneberg
- Durchgehende Verbindung der Alsternordbahn über Ulzburg bis Barmstedt
- Schienenpersonenverkehr überall dort, wo Gleise liegen
(z. B. nach Finkenwerder, Geesthacht, Uetersen),
Einbeziehung der nördlichen Güterumgehung in den Personenverkehr,
Anbindung des Flughafens Fuhlsbüttel an das Schnellbahnnetz
- Vierte Elbtunnelröhre für den Schienenverkehr
- Ausdehnung des Taktverkehrs in das Hamburger Umland
durch Einrichtung eines überlagerten CityBahn-Netzes auf
Fernbahngleisen
III. FIH-Forderungen zum Busverkehr
Vorrang für den öffentlichen Nahverkehr zu Lasten des Individualverkehrs!
- Buslinien können vorzugsweise an Schnellbahnhaltestellen enden.
Das Prinzip des "gebrochenen Verkehrs" darf jedoch nicht dazu führen,
dass Buslinien dort unterbrochen werden, wo man weiter fahren will!
(Beispiele: Glashütter Markt, Kornweide, Willinghusen)
- Einheitlicher Grundtakt auch bei den Busfahrplänen, dadurch:
Bessere Anschlüsse zu den Schnellbahnen und zu anderen Buslinien!
- Bessere Einhaltung der Busfahrpläne und -anschlüsse durch
die Fahrer, insbesondere darf nicht zu früh abgefahren werden,
Busse sollten leicht verspätete Anschlüsse abwarten!
- Rechtzeitige Fahrgastinformation bei Abweichungen linienübergreifend!
- Treppenfreie Anbindung von Busbahnhöfen an den örtlichen
Fußgängerverkehr!
(Negativ-Beispiel: Wandsbek-Markt, Positiv-Beispiel: Niendorf-Markt)
Straßenkreuzungsfreie Anbindung von Busanlagen an Schnellbahnstationen
speziell dort, wo Busbahnhöfe neu gebaut werden!
(Negativ-Beispiel: Niendorf-Nord, Positiv-Beispiel: Steinfurter Allee) und an
Umsteigebahnhöfen ohne Busanlage (negativ: Dammtor, positiv: Landwehr),
Übersichtlichkeit der Busbahnhöfe (negativ: Bergedorf, positiv: Harburg)
- Differenzierte Linienführung statt Linienbündelung,
um möglichst viele Wohngebiete zu erfassen!
- Buslinien dienen dem Gemeinwohl. Deshalb: Linienführung entsprechend dem
Verkehrsbedarf für die Mehrheit der Fahrgäste und nicht nach dem Prinzip
des geringsten Widerstandes der betroffenen Anwohner!
- Verkehrsberuhigung in Straßen mit Linienbus-Verkehr nicht mit
Tempo 30, sondern durch andere Maßnahmen, die den Durchgangsverkehr
unterbinden und für den Busverkehr nicht gelten,
z. B. gegenläufige Einbahnstraßen oder Diagonalsperren!
- Haltestellen nicht mitten in der Straße, sondern vorzugsweise an
Einmündungen, Kreuzungen und Plätzen, um für möglichst
viele Fahrgäste kurze Wege zu erzielen! (z. B. Ottenser Marktplatz,
Fischmarkt)
- Haltestellen unmittelbar vor der Ampel, um doppeltes Halten zu
vermeiden! Ausnahme: Bei kreuzenden Buslinien jeweils die eine Linie vor,
die andere hinter der Ampel, um kurze Umsteigewege zu erreichen!
- Hauptverkehrsstraßen mit durchgehenden Busspuren ausstatten,
möglichst am Fahrbahnrand, wo auch die Haltestellen sein sollten!
- Vorrangschaltung von Verkehrsampeln für Linienbusse
speziell am Ende von Busspuren und bei "Busschleusen"!
(Negativ-Beispiel: Reesendammbrücke)
- Keine ersatzlose Einstellung von Buslinien in der Spätverkehrszeit,
sondern Ausbau der Anruf-Sammeltaxis (AST) zu einem Rufbussystem ohne
Mehrkosten!
- Betriebstechnische Leerfahrten wo möglich auch für
Fahrgäste zulassen (z. B. Betriebshof Langenfelde - Altona),
eventuell mit modifizierten Liniennummern!
- Baumaßnahmen im Bereich von Buslinien beschleunigt
durchführen und Umleitungen nur so lange wie unbedingt notwendig!
- Mehr Sitzplätze in den Wartehäuschen an Haltestellen
und Bahnhöfen!
IV. Was die FIH ablehnt
- Wir lehnen den motorisierten Individualverkehr (MIV) in der
Großstadt ab, weil Energieverschwendung,
Lärmbelästigung, Luftverschmutzung, Platzbedarf und
Unfallgefahren bereits untragbar geworden sind.
- Wir finden daher HVV-Werbeflächen mit Autoreklame ganz unmöglich.
- Wir sind gegen die ständigen Fahrpreis-Erhöhungen,
weil sie als Negativwerbung gegen die öffentlichen Verkehrsmittel
wirken und Bahnen und Busse damit teurer werden als private Autofahrten.
- Wir wollen keine kostenlosen Freifahrten für ausgewählte Autofahrer;
wir wollen auch keinen Nulltarif für alle, denn damit verliert der Fahrgast
den Anspruch auf guten Kundendienst. Die Verkehrsmittel würden verkommen,
Penner und Vagabunden könnten sich ungeniert überall ausbreiten.
- Wir lehnen das Schwarzfahren ab. Dies ist zwar kein strafwürdiges Delikt,
Schwarzfahrer müssen aber ein erhöhtes Beförderungsentgelt entrichten, damit
sie nicht günstiger gestellt sind als die zahlende Mehrheit der Fahrgäste.
- Wir sind gegen das Prinzip des "gebrochenen Verkehrs",
wenn durch Umsteigezwänge unzumutbare Fahrzeitverlängerungen entstehen.
- Wir brauchen in Hamburg keine neuen Verkehrsmittel wie M-Bahnen oder
Spurbusse, weil damit ein weiteres Verkehrssystem eingeführt würde,
das zu den vorhandenen nicht passt, so dass; zusätzliche Umsteigezwänge
entstehen.
- Wir protestieren gegen unbesetzte Schnellbahnstationen,
weil Fahrgäste dadurch Überfällen und Notlagen
hilflos ausgeliefert sind.
- Wir erheben schon vorsorglich Einspruch gegen fahrerlose Züge,
weil damit die Betriebssicherheit zwangsläufig gefährdet wird.
- Wir wollen keine Kurzzüge im Schnellbahnverkehr,
wenn regelmäßig Sitzplätze fehlen, während
Waggons abgestellt sind.
- Wir haben etwas gegen Rolltreppen und Aufzüge, die
nicht funktionieren.
- Uns stören Fahrräder in 1.Klasse-Abteilen.
- Wir sind gegen Fahrplanausdünnungen und Streckenstillegungen,
weil dadurch die Attraktivität des öffentlichen Nahverkehrs
absinkt.
- Wir protestieren gegen die vielen planmäßigen
Betriebseinschränkungen, wenn sie allein nach wirtschaftlichen
Gesichtspunkten geplant werden. Unvermeidliche Baumaßnahmen
sollten fahrgastverträglich durchgeführt
werden, d. h. auf die Schwachlastzeiten beschränkt bleiben.
- Wir erheben Einspruch gegen die regelmäßige Bummelei mit
verkorksten Anschlüssen, speziell bei der S-Bahn, wegen
ständiger Überlastung der ZZA.
Diese Seite: www.nimmbus.de/fih/forkat.htm
Zurück zur FIH-Homepage
Stand: 11 Mar 99